1. Münchner Pfadfinderzug

Zu Beginn des Schuljahres 1909/10 bitten Schüler des „Alten Realgymnasiums“ in München (heute Oskar-von-Miller-Gymnasium) ihren Lehrer Franz Paul Wimmer (22.02.1878 – 12.05.1966), mit ihnen gemäß Lions Buch Pfadfinden zu beginnen. Sie treffen sich ab Samstag, 25. 09. 1909. Es ist die nachweislich erste Pfadfindergruppe in Deutschland. Ostern 1910 wird sie geteilt und erhält dabei den Namen „1. Münchner Pfadfinderzug“ (1. MPZ).

Von 1911 bis 1919 ist der 1. MPZ, durch die damaligen politischen Verhältnisse bedingt, Mitglied im allgemeinen „bürgerlich-patriotischen“ Dachverband „Bayerischer Wehrkraftverein“. 1919 tritt er wieder aus und ist aktiv an der Gründung des neuen Bayerischen Pfadfinderbundes (BPB) beteiligt. Vom 01.bis 03. August 1919 nehmen Mitglieder des 1. MPZ am reformerischen 1. Pfadfindertag auf Schloss Prunn im Altmühltal teil. Am 31.12.1932 tritt der 1.MPZ als „Stamm Feuerkatzen“ der republiktreuen und international arbeitenden „Reichsschaft Deutscher Pfadfinder“ bei.

Am 01.09.1933 wird er als „Fähnlein Feuerkatzen“ dem NS-Jungvolk geschlossen eingegliedert, kann aber bis Sommer 1934 seine Pfadfinderabzeichen tragen und sich sein Pfadfindertum bis 1945 deutlich bewahren. Kriegsbedingt zerfällt der 1. MPZ im Frühjahr 1945. Im April 1945 initiieren und führen Mitglieder des 1. MPZ den Widerstand „Freiheitsaktion Bayern“. Von 1959 bis 2000 trifft sich der 1. MPZ jährlich. Er bringt eine Reihe bekannter Persönlichkeiten hervor.