Dr. Alexander Lion

Robert Baden-Powell (22.02.1857 – 08.01.1941), englischer Kavallerieoffizier, erprobt seine neuen Erziehungsideen vom 01.08.1907 bis 09.08.1907 mit 22Jungen im „Experimental Camp“ auf Brownsea Island vor Poole an der englischen Südküste und verarbeitet seine Erfahrung danach in dem Buch „Scouting for Boys“. Ab dem 15.01.1908 erscheint „Scouting for Boys“ in England 6 x kapitelweise 14-tägig in einer Zeitung, im Mai 1908 dann auch zusammengefasst als Buch. Es ist ein Bestseller.

Dr. Alexander Lion (15.12.1870 – 03.02.1962), kgl. bayerischer Sanitätsoffizier, liest am 17.03.1908 in der Times von „Scouting for Boys“ und besorgt sich ein Exemplar. Er nimmt brieflichen Kontakt mit Baden-Powell auf und erhält im August 1908 die Rechte für die deutsche Übersetzung von „Scouting for Boys“ von Baden-Powell für 203.- RM bzw. 10.- £.

Im Herbst fährt Lion nach London, trifft Baden-Powell mehrfach und bekommt die Pfadfinderlilie von ihm verliehen. Danach beginnt er mit der Übertragung von „Scouting for Boys“ auf die deutschen Verhältnisse.

Im November 1908 prägt Lion nach langen Diskussionen den Begriff „Pfadfinder“ als die deutsche Übersetzung von „Boy Scout“, in Anlehnung an die Lederstrumpfromane von James Fenimore Cooper.

Im Mai 1909 erscheint Lions „Das Pfadfinderbuch“ im „Verlag der ärztlichen Rundschau“ von Otto Gmelin in München, dessen medizinischer Hausautor Lion ist, in einer Auflage von 5.000 Exemplaren. Es ist sofort ein Bestseller mit mehreren dem sich schnell wandelnden Zeitgeist immer wieder angepassten Neuauflagen bis 1917.